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Feedback aus Brasilien
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Folgendes Feedback haben wir aus Brasilien erhalten: |
(1) Brief von Claudia 10. 09. 2000 |
| (2) Abrechnung für das Jahr 2000 07.02.2001 | |
| (3) Tina Baum u. a. 10.02.2001 | |
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Fortaleza, 10.2.2001 Betreff: Projekt "Wir helfen leben" Liebe Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrer, Im Namen des Bürgervereins "Centro Comunitário
e Social de Grande Lisboa" bedanke ich mich herzlichst für Eure Mitarbeit, die
eine Umsetzung der sozialen Projekte des Zentrums ermöglichten.
Zentrum für unterernährte Kleinkinder
- Überforderung , aufgrund der großen Anzahl von weiteren
Geschwistern, der Mütter; Die Regierung (Landes- sowohl Staatsregierung) kümmert sich nur widerwillig
und ansatzweise um die Belange der Armen. Die üblichen Versprechungen zur Verbesserung der
Gesundheitsversorgung, Bildung, Die sehr liebevolle und pädagogische Betreuung des Personals des Zentrums (vier Erzieherinnen, zwei Köchinnen, eine Leiterin und ein Wächter) "verwandelten" in relativ kurzer Zeit die Kinder in fröhliche, aktive und gesunde kleine Menschen. Zu dieser "Verwandlung" trägt auch ein sich langsam veränderndes Bewusstsein der Mütter bei, die meist regelmäßig an den wöchentlichen Kursen in den Bereichen Ernährung, Erziehung, Basisgesundheit, Hygiene, Rechte der Kinder, Gewalt, Sexualität, Familienplanung, Bürgerrechte teilnehmen. Eine der schwierigsten und auch wichtigsten Aufgaben in dieser Elternarbeit ist es für uns, dass sie erkennen, Mitverantwortung in allen Bereichen zu tragen. Für viele ist es einfach auch eine Möglichkeit, über ihre häuslichen Probleme mit anderen zu sprechen. Nun planen wir für dieses Jahr, alle zwei Monate an einem Wochenende ein Familientreffen mit Spielen und Kursen durchzuführen.Wir erhoffen uns dadurch die Männer (Väter) zu integrieren. Mal sehen, ob es klappen wird.
30 Kinder im Alter von 6 -10 wurden täglich nachmittags für
drei Stunden im Schülerhort betreut. Sie haben Probleme, dem Unterrichtsstoff
zu folgen. Durch entsprechende Schularbeitshilfe durch zwei ausgebildete Lehrerinnen
und andere pädagogische Aktivitäten wurden sie gefördert. Das tägliche Mitagessen
und das wöchentliche Körperhygieneprogramm
war auch ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung ihrer Situation. Wieviele Menschen habt Ihr direkt und indirekt durch Eure Spendenaktionen unterstützt? Für das Personal der Projekte "Zentrum für unterernährte
Kleinkinder" und Schülerhort (zehn Frauen und ein Mann) bedeutete das
regelmäßige "Einkommen" von
ca. 62.- Euro monatlich ein Absichern des Lebensunterhaltes für ihre eigenen Familien. 30 Erwachsene im Alter von 16 - 80 haben nun im Jahr 2000
in täglich stattfindenden Abendkursen Lesen und Schreiben gelernt. Eine Großveranstaltung zum internationalen AIDS-Tag vermittelte den ca. 300 Jugendlichen durch Darbietung eines entsprechenden Theaterstückes einer ausgebildeten Jugendgruppe und viele Sketche die erforderlichen Grundkenntnisse zur AIDS-Prävention. Und die Jugendlichen wünschen sich nun weitere Veranstaltungen dieser Art zu verschiedensten Themen. Kontinuierliches, ehrenamtliches Betreuen von älteren Menschen durch Mitarbeiterinnen des Bürgervereins und Organisieren von kleinen Festen und Lebensmittelspenden für die Ärmsten, die durch die Spendengelder mitfinanziert wurden, verschafften diesen Menschen etwas Erleichterung in ihrem Lebensalltag. Die Wäscherei wurde im Mai eröffnet. Zur Einweihung kam auch das örtliche Fernsehen, und danach stand das Telefon für einige Tage nicht mehr still mit Anfragen nach der Service-Leistung. Trotz sehr gut ausgebildetem Personal fehlen uns noch Kunden, damit die Belegschaft (jetzt vier Frauen, ein Mann) mindestens einen Monatslohn (ca. 102.- Euro) verdienen und noch zusätzlich Gewinn erwirtschaftet werden kann, um die sozialen Projekte mitzufördern. Nun sind wir dabei, alle erdenklichen Werbekampagnen duchzuführen, um den Kundenkreis zu erweitern. Mit Hilfe der Spendengelder konnte so manch fällige Zahlung (Kfz-Steuer für das Auto, das die Wäsche abholt und zurückbringt, Telefonkosten und andere anfallende Unkosten) finanziert werden.
Gerne würden wir natürlich alle Projekte weiterführen. Mit Hilfe der Schmitz-Stiftung in Deutschland wurde nun eine Großrenovierung im Projektort durchgeführt. Mit Stolz meinen wir nun, dass wir über sehr gute Räumlichkeiten verfügen. Die offizielle Einweihung nach der Renovierung soll Mitte Februar sein. Um auf uns aufmerksam zu machen, werden wir alle möglichen Vertreter von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, private Repräsentanten von Firmen, Presse und Fernsehen einladen.
Die finanzielle, weitere Unterstützung der Solidaritätsgruppen "EINE WELT" aus Parsberg und "BERLIN HILFT" wurde zugesagt. Und vielleicht können wir auch wieder mit Eurer Unterstützung rechnen. Wir sind wie immer zuversichtlich, und von unserer Seite aus werden wir alles Erdenkliche unternehmen, um die Arbeit des Bürgervereins fortzusetzen und auszudehnen. Wir glauben daran, dass durch solche Aktivitäten langfristig eine Veränderung zu Gunsten der armen Bevölkerung umsetzbar wird. Mein Vertrag mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED)
endete zum Dezember 2000. Nun betreue ich die Aktivitäten des Bürgervereins,
führe Fortbildungsveranstaltungen
in verschiedenen Bereichen durch, ehrenamtlich. Bin auf der Suche nach Möglichkeiten,
im Lande zu bleiben, um weiterhin verschiedene Bürgervereine aktiv zu unterstützen.
Mal sehen, was sich entwickelt. Sicher bleibe ich noch bis Ende Mai hier und kehre dann, hoffentlich nur
für eine kurze Zeit, nach Deutschland zurück.
Zur Zeit bereiten wir erneut Informationsmaterial für Euch, liebe Spenderinnen und Spender, vor und denken, dass Euch dieses im März zugesandt werden kann. Vielen, vielen Dank. Ihr habt einen großen und wichtigen Beitrag geleistet, die Lebenssituation von vielen Menschen in einem Armenviertel positiv zu verändern und ihnen dadurch die Kraft gegeben, sich aktiv für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in ihrem Stadtviertel einzusetzen. Fühlt Euch herzlich umarmt Tina Baum |